Die FuE-Aufwände der Unternehmen als Fördervoraussetzung

Für die Beantragung und letztlich Bewilligung der steuerlichen FuE-Zulage ist entscheidend, dass Unternehmungen FuE, also „Forschung und Entwicklung“, betreiben und diese Tätigkeiten im Sinne der Forschungszulage nachweisen können. Unter dieser Voraussetzung können Personalkosten oder Kosten Dritter, die Auftragsforschung durchführen, berücksichtigt werden. Doch was genau ist unter „Forschung und Entwicklung“ zu verstehen?

  • Grundlagenforschung besteht aus experimenteller oder theoretischer Arbeit, mit der in erster Linie neue Erkenntnisse über die Grundlagen von Phänomenen und beobachtbaren Tatbeständen gewonnen werden sollen, ohne dass bereits eine bestimmte Anwendung oder Nutzung angestrebt wird.
  • Industrielle Forschung umfasst planmäßiges Forschen oder kritisches Erforschen zur Gewinnung neuer Kenntnisse und Fertigkeiten mit dem Ziel, neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen zu entwickeln oder wesentliche Verbesserungen bei bestehenden Produkten, Verfahren oder Dienstleistungen herbeizuführen.
  • Experimentelle Entwicklung richtet sich an Erwerb, Kombination, Gestaltung und Nutzung vorhandener wissenschaftlicher, technischer, wirtschaftlicher und sonstiger einschlägiger Kenntnisse und Fertigkeiten mit dem Ziel, neue oder verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen zu entwickeln. Dazu zählen zum Beispiel auch Tätigkeiten zur Konzeption, Planung und Dokumentation neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen.

Nicht unter die Kategorie „Forschung und Entwicklung“ fallen Aktivitäten, die über diese drei Kategorien hinausgehen, weil sie beispielsweise der Produkteinführung dienen. Diese Maßnahmen sind nicht förderfähig! Das Konzept der experimentellen Entwicklung darf somit beispielsweise nicht mit dem der „Produktentwicklung“ verwechselt werden, welches darauf abzielt, ein neues Produkt (Ware oder Dienstleistung) auf den Markt zu bringen. Ausgeschlossen sind dementsprechend auch „Vorserienentwicklungen“, womit die nicht-experimentelle Arbeit an einem Produkt gemeint ist.

Guido Zinke

Dipl. Volkswirt und Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Innovation und Technik (iit)


Die Forschungszulage ist als niederschwelliges Instrument der FuE-Förderung sehr übersichtlich gestaltet, kennzeichnend sind die folgenden Merkmale:

  • Die Forschungszulage fördert indirekt, weil sie die Abgabenlasten reduziert (aber in Ausnahmen auch direkt, wenn eine Zulage bei nicht vorhandener Steuerlast ausgezahlt wird).
  • Die Forschungszulage fördert ausgabenorientiert, da erst in der Steuererklärung die Aufwendungen angegeben werden, die dann die Bemessungsgrundlage der Zulage begründen.
  • Die Forschungszulage fördert themenoffen – und sieht keine Einschränkung auf strukturelle Merkmale wie bspw. Unternehmensgröße, Region, Branche o.ä. vor.

Im Zuge der Beantragung der Forschungszulage sind folgende Hinweise zu berücksichtigen:

  • Die Bescheinigung für FuE-Vorhaben: Ein forschendes Unternehmen muss für das zu fördernde Forschungs- und Entwicklungsprojekt eine Bescheinigung beantragen, um die Forschungszulage geltend machen zu können. Die Bescheinigung kann bei der BSFZ auch für Projekte beantragt werden, die bereits laufen. Bis die Bescheinigung aber vorliegt ist ungewiss, ob das Unternehmen für dieses Projekt berechtigt ist, die Forschungszulage zu erhalten.
  • Die Vorfinanzierung der FuE-Aufwendungen: Die Forschungszulage kann einmal jährlich mit dem anstehenden Jahresabschluss geltend gemacht werden. Weil die Forschungszulage damit erst im Nachgang mit dem Steuerbescheid liquiditätswirksam wird ist es notwendig, die im laufenden Geschäftsjahr anfallenden FuE-Aufwendungen vorzufinanzieren.

Diese Form der ausgabenorientierten Förderung schafft weniger Planungssicherheit als die direkte Projektförderung. Gleichzeitig ist der Zugang jedoch niederschwelliger und durch die Themenoffenheit lassen sich auch solche FuE-Vorhaben beantragen, die beispielsweise aufgrund des Themas oder der Branche in kein FuE-Fachprogramm hineinpassen.